Textadventures

Kickstarter ist immer für ’ne Idee – und die eine oder andere Überraschung gut: Andrew Plotkin, der mich schwer an den Charakter „Frank“ aus der Serie „30Rock“ erinnert, wollte eigentlich nur 8.000 Dollar. Um ein Textadventure für das iPhone produzieren zu können. Bekommen hat er bisher fast 26.000. Dabei hat er noch 16 Tage Zeit, Geld einzusammeln! Das zeigt doch ganz deutlich, dass es einen Bedarf für die seit Jahrzehnten ausgestorbene Gattung gibt.

Puristen lieben die – mittlerweile unromantisch „Interactive Fiction“ getauften – Spiele für das großartige Kopfkino, das sie ermöglichen (weil einem nicht jeder Scheiß als 3D-Rendering um die Pupillen gehauen wird). Und weil sie im Gegensatz zu den Point-n-Klick-Verwandten so herrlich effizient sind. Denn mal ehrlich: Dieses stocksteife Gelatsche mit einer Poser-Figur von einem Bildschirmrand zum nächsten, die Sucherei nach interaktiven Objekten (die einem dann doch von der Leertaste abgenommen wird) – das machte vielleicht auf einem C64 noch was her. Aber eigentlich ist es reine Zeit- und Ressourcenverschwendung. Mindestens 50% der Spielzeit gehen für Gelatsche, Geklicke und dem Nachladen des nächsten Raumes drauf – in dem dann bisweilen von 30 sichtbaren Objekten nur 3 eine Funktion haben. Da ist es doch viel besser „Open Door, go N and get all“ einzutippen. Und noch ein lustiges Bildchen von Rick Incrocci (ua „Masquerade“) oder Kelly Day („Dallas Quest“) präsentiert zu bekommen.

(klicken für kleine GIF-Anim…)

SDKs für Point ‚N Klick Abenteuer habe ich hier schon mal erwähnt. Aber natürlich gibt es auch hervorragende Systeme, um Textabenteuer zu kreieren. Inform ist der Platzhirsch, es basiert auf Infocoms  „Z-machine“. Die damit erzeugten Spiele (und alle originalen Infocom-Spiele) laufen dank Interpretern wie  Frotz & Co auf nahezu jedem Rechner, der seit den 90er Jahren jemals auf den Markt kam. Das tolle: Bei Inform7 entstehen Spiele durch die Verwendung (fast) normaler englischer Sätze. Man schreibt also mehr, als das man programmiert. Hier wird das Konzept vorgestellt (Videos). Weniger toll: Bilder sind nicht integrierbar.

Hier noch, als kleines Schmankerl, der Link zum Gilsoft’s P.A.W. Worldwide Reservoir. Gilsoft brachte in den 80er Jahren mit „The Quill“ den ersten Adventure Baukasten heraus, der dann vom PAW (Professional Adventure Writer“ abgelöst wurde. Hunderte (!) von kommerziellen Abenteuerspielen für Spectrum, C64 & Co entstanden mit diesen beiden Ausnahmeprogrammen und PAW gibt’s sogar als DOS- und als Windows-Version (hier das Manual vom Autor höchstpersönlich)!

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