Galvanisieren

Eine Form der Elektrolyse, 1780 von Luigi Galvani erfunden. Es gibt für knapp 16€ Galvano-Sets im Handel, das lässt sich aber auch improvisieren. Einfachstes Beispiel: Einen Zinknagel in Kupfersulfat (gibt’s bei eBay, Conrad oder in der Apotheke, 250 ml ca. 7,50€) legen und warten. Etwas aufwendiger: Eine 5 Cent Münze mit dem Pluspol einer Stromquelle (= Anode), ein anderes Stück Metall mit dem Minuspol (= Kathode) verbinden. Es reichen 3-12 Volt, also zum Beispiel auch eine 9V-Batterie. Oder ein altes Handynetzteil. Wer mal sehen möchte, was man alles anzapfen kann, um ’ne zünftige Elektrolyse zu starten, besucht (auf eigene Gefahr) diese Homepage (englisch)…

So geht es weiter: Glas-/Plastikbehälter mit Kupfersulfat füllen. Es ist das Elektrolyt, in dem die abzuscheidenden Metall–Partikel gelöst sind. Münze und zu beschichtender Gegenstand in die Wanne legen. Sie dürfen sich unter keinen Umständen berühren, sonst gibt es einen Kurzschluss. Strom einschalten. Nach einiger Zeit erhält der Gegenstand eine Kupferschicht. Eine andere Variante ist das Tampon–Galvanisieren: Hier wird das Elektrolyt mit einem Schwämmchen (Tampon) an das zu behandelnde Teil gebracht. Weitere Infos dazu gibt es auf dieser Seite.

Was geht da vor sich? Bei der Galvanik wird Strom durch ein elektrolytisches Bad geschickt. An der Anode (+) befindet sich das Metall, das aufgebracht werden soll (z. B. Kupfer oder Nickel), an der Kathode (-)  der zu beschichtende Gegenstand. Der elektrische Strom löst Metallionen von der Verbrauchselektrode und lagert sie durch Reduktion auf der Ware ab. So wird der zu veredelnde Gegenstand gleichmäßig mit Kupfer oder einem anderen Metall beschichtet. Je länger sich der Gegenstand im Bad befindet und je höher der elektrische Strom ist, desto stärker wird die Metallschicht. Siehe dazu auch der Eintrag zum Thema Galvanoplastik.

Mit Silberleitlack (auch Leitsilber genannt, ca. 5-8€) kann man beliebige Gegenstände elektrisch leitend machen. Ich werde bei Gelegenheit mal testen, welche Mittelchen eventuell auch funktionieren (Lotpaste? „Magnetische“ Wandfarbe? Graphitpulver + Kleber?) In der alten Zunft (ca. 1838) der Galvanoplastik ging’s ja auch – ein Modell aus Wachs + Graphitpulver + Elektrolyse = Reiterdenkmal, um es mal kurz zu machen… Tiefschürfendere Infos gibt’s u.a. beim Westfalia Versand. Wie man mit ein wenig Bastelei Glasperlen verkupfert, wird auf dieser Seite hervorragend beschrieben.

Update: Ein TOP-Video, der die Vorgänge bestens veranschaulicht!

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5 Gedanken zu “Galvanisieren

  1. Auch die Suppe kann man selbst herstellen, zum Beispiel, wenn man etwas VERZINKEN (Korrosionsschutz) möchte. Dazu Zinkspäne (mal beim nächstgelegenen Dachdeckerbetrieb im Mülleimer wühlen) in 25%iger Salzsäure (Baumarkt) auflösen. Achtung: Es entsteht Gas, also unbedingt im Freien machen und Schutzbrille/Handschuhe tragen. Wenn sich keine Späne mehr auflösen lassen, hat man nach einigen Tagen eine gesättigte Lösung. Sie ist nicht mehr ätzend (sonst mit etwas Natronlauge nachhelfen) und kann durch einen Kaffeefilter geschüttet werden. Voilá, fertig ist die Zinkchlorid-Suppe!

    Was ist passiert? Das Zinkblech wird von der Salzsäure (=Wasserstoff + Chlor) aufgelöst, dabei entweicht der Wasserstoff. Es bleiben also Zink + Chlor übrig.
    Beim Galvanisieren entweicht dann das Chlor als Gas, das Zink bleibt auf dem Metallstück zurück.

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