Yi Timelapse Videos

Ganz geiles Angebot, das es da zur Zeit bei Amazon gibt: Die neue „YI lite“ – inklusive wasserdichtem Gehäuse, für… nein, nicht 130 Euro, wie es da groß steht. Sondern für 100. Kiekste:

yi

Während das Vorgängermodell, die Yi 2k, gerade abverkauft wird (59 Euro) und unter den Blitzangeboten steht, ist dieser 30-Euro-Rabatt eher einer aus der „still und heimlich“-Abteilung. Das kann man schnell übersehen, deshalb poste ich das hier mal. Nun sind 59 Euro zwar auch verlockend, aber bei genauer Betrachtung eben keine wirklich clevere Entscheidung (IMHO):

  • sieht doof aus
  • kein Bildstabilisator
  • kein Display
  • kein wasserdichtes Gehäuse inklusive
  • kein 4K

Letzteres ist zwar auf der lite auch nur mit 20 BpS (Bilder pro Sekunde) möglich, zeigt aber, dass der Prozessor ordentlich was wegschaufeln kann, somit also bei 1080p/60 kühler bleiben dürfte. Und für Time-Lapse-Sachen sind 3840p ja bestens zu gebrauchen. Die Lite bietet sogar 2 Modi: Einer macht in bestimmten Abständen (max. 1 Minute) max. 4K-Bilder und kombiniert sie zu einem Video (mit 30 BpS!), der andere speichert einzelne 10 bis 16-Megapixel-Bilder ab (Intervall max. 1 Stunde). Aber letzteres ist für Video nicht gedacht (eine Minute Video = 1800 Bilder à 16 Megapixel, die man dann zu einem Video zusammengesetzt muss? Viel Spaß. Vor allem: Womit soll man sowas angucken?)

Der Modus, der mich bei allen YIs besonders anmacht, ist aber „Distortion – OFF“. Man schaltet den Fischaugen-Look einfach ab. So geil.

Und die passende Videosoftware gibt’s gratis – allerdings von der teuren Konkurrenz: GoPros Quik. Wie praktisch. Das Programm hat auch einen richtig flockigen Superzeitlupen-Filter an Bord – für so etwas brauchte man früher Adobe After Effects und das PlugIn Twixtor… Oder man besorgt sich Profi-Software: Fusion von Blackmagic. Umsonst. Hach, herrliche Zeiten.

Was man aber unbedingt in Erwägung ziehen sollte, sind Ersatzakkus. Und da war ich etwas überfragt, weil selbst die Original-YI-Batterien andere Spezifikationen haben, als das Teil in meiner Hand. Email an YI um 15:37, Antwort von „Tyler“ eine Stunde später. Respekt!

Hello,

We would recommend this battery: http://amzn.to/2hwJDJW. The AZ16-1 Would work as well but the second battery would not fit this camera.

Best Regards,

Tyler
YI Technical Support

Mit „the second battery“ ist http://amzn.to/2widufH gemeint. Nun kann man warten, bis das Originalteil wieder 17 Euro kostet (siehe Keepa). Oder man nimmt gleich zwei Akkus mit Ladegerät für 15 Euro: http://amzn.to/2y6wC4L. Ich hab sie schon im Einkaufswagen liegen.

Noch zwei Links: Dieser Herr hat die Fakten schön übersichtlich zusammengetragen, und hier wird die Kamera per Video vorgestellt:

So und jetzt endlich eine kurze Einführung in den ziemlich schnuckeligen Zeitraffer-Videomodus, der von YI so GAR nicht erklärt wird und IMHO „falsch herum“ funktioniert.

Statt Bildrate und Länge der Aufzeichnung, gibt man Bildrate und Länge des resultierenden Videos ein. Wie lange die YI dann aufzeichnet, sieht man erst, wenn sie fertig ist, quasi (man kann es ungefähr abschätzen, ok). Ich fände es schon klüger, Rate und Zeit einzugeben und dann sofort eine Angabe zu bekommen, wie lang das resultierende Video wird.

Zumal die Parameter INT und LEN (Interval & Length) etwas verwirren: Ich tippe auf die 10, um alle 10 Sekunden ein Bild machen lassen und im nächsten Menü habe ich die Auswahl „LEN 6 – 120“. Länge 6 Sekunden? Aber alle 10 ein Bild? Häh? Also Minuten oder wie? Wenn man es weiß, ist es klar. Aber wer das zum ersten Mal sieht, kratzt sich sicher erstmal am Kopf. Also: Beides wird tatsächlich in Sekunden gemessen. Auch 6 Sekunden sind ja zB. 6 x 30 = 180 Bilder (oder 6 x 25 bei PAL), da kann man also tatsächlich vorher die „10“ antippen.

Trotzdem stellt sich die Frage, wie lange die Kiste aufzeichnet. Ein Sonnenuntergang dauert vielleicht 20 Minuten und den will man einfangen – da hilft einem die YI nicht weiter, da muss man rechnen.

Wichtig ist die Bildrate (FPS) des Videos: (FPS x LEN x INT) / 60 = Aufnahmezeit. Beispiel: 1080p/30, 6 LEN, 5 INT = 15 min.

Langfassung: Für 6 Sekunden Zeitraffer mit 30 Bildern pro Sekunde braucht man logischerweise 6 x 30 = 180 Bilder, die alle 5 Sekunden geschossen werden. Das dauert also 180 x 5 Sekunden = 900 Sekunden. Durch 60 = 15 Minuten.

Aber wir brauchen 20 Minuten, nicht 15. Also muss man die Formel umbauen, in diesem Fall mit LEN als Ergebnis, damit man alle anderen Werte frei wählen kann (die Länge des Videos ist ja nicht wirklich relevant, solange das unter 2 Minuten bleibt). Also: ((Gewünschte Aufnahmezeit in Minuten x 60) / INT) / FPS = LEN.

Jetzt kann man im Vorfeld einzelne Werte ausprobieren und am Strand dann einfach auf den Auslöser drücken. In diesem Beispiel heißt das also: Es soll 20 Minuten lang aufgezeichnet werden, der Rest bleibt wie gehabt (1080p/30, 5 INT) -> man muss also „8“ Sekunden unter LEN auswählen.

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